Die verklammerte Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Psychoanalytikerin oder zum
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Psychoanalytiker folgt den Weiterbildungsrichtlinien der VAKJP.

Spezielle Ausbildungsinhalte der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie betreffen zwei besondere Dimensionen, die bei der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen zu beachten sind: das jeweilige Entwicklngsniveau der Trieb- und Ich-Entwicklung in einem phasenspezifischen Entwicklungsmodell sowie die aktuellen familiären und systeminschen Bezüge, in denen das Kind bzw. der Jugendliche aufwächst, unter familiendynamischen Gesichtspunkten.


Unter Berücksichtigung der drei generellen Wirkfaktoren der Psychotherapie, zu denen die Persönlichkeit der Therapeutin bzw. des Therapeuten, die Methodensicherheit und das Arbeitsbündnis gehören, sollen für die psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung Bedingungen geschaffen werden, die den Aus- und Weiterbildungsteilnehmern Raum für ihre Persönlichkeitsreifung und für die Entfaltung kreativer Fähigkeiten gewähren und sie von der Sinnhaftigkeit und der Wirksamkeit psychoanalytischer Erkenntnisse und Interventionen überzeugen. Die Selbsterfahrung im Rahmen der Lehrtherapie ist ebenso bedeutsam wie die Methodensicherheit und Supervision der Behandlungserfahrungen, sowohl einzeln als auch in der Gruppe.
Hinsichtlich der Methodensicherheit muss bedacht werden, dass die Behandlungsangebote in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sehr komplex und differenziert sind udn vor allem integriert sein müssen: komplex, weil sie sowohl das Kind bzw. den Jugendlichen als auch dessen Familie behandelt; differenziert, weil die unterschiedlichen Ich-Strukturen und phasenspezifischen Entwicklungsniveaus unterschiedliche Parameter erfordern. Diese zu integrieren wird eine wichtige Kunst im Erwerb der tiefenpsychologisch fundierten psychotherapeutischen Fähigkeiten sein.
Die Befähigung zur Durchführung von Eltern-Säuglings- bzw. Eltern-Kleinkind-Psychotherapien ist ein integraler Bestandteil der Aus- und Weiterbildung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Curriculum

Die Ausbildung nach PTG umfasst mindestens 4 200 Stunden:

  • 1 200 Stunden Psychiatrisches Praktikum (Psychiatrische Klinik)
  •    600 Stunden Psychosomatisches Praktikum
  •    600 Stunden Theorie (Seminare)
  •    600 Stunden Richtlinientherapie / Patientenbehandlung 
  •    150 Stunden Supervision der Behandlungen (1:4)
  •    400 Stunden Lehrtherapie (ca.)

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.         3.550 Stunden

Es bleibt ein Rest von 650 Stunden sog. „Freie Spitze“.  Davon werden Ihnen 330 Stunden pauschal anerkannt für EI-Berichte, Literaturstudium, Lerngruppen, Berichte etc. Die übrigen 320 Stunden sind nachzuweisen über Probatorik oder zusätzl. Lehrtherapie, Behandlungen, Supervisionen und Seminare (Scheine oder Rechnungen)

Praktika: Wir können Ihnen geeignete Einrichtungen nachweisen: Ein klinisches kinder- und jugendpsychiatrisches Praktikum von 1.200 Stunden sowie ein kinder- und jugendpsychosomatisches Praktikum von 600 Stunden in einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung bzw. Lehrpraxis der APH. Wenn Sie eine Stelle als Psychologe an einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik haben, sind wir gerne bereit, die notwendigen Vereinbarungen abzuschließen, damit diese Stelle als Praktikum anerkannt wird. Wenden Sie sich hierzu bitte an die Geschäftsführung.
Lehrtherapie: In der Regel die Ausbildung begleitend mit drei Wochenstunden.
Praxis: Krankenbehandlung unter Supervision: 6 Fallberichte müssen von den Supervisoren bescheinigt werden, zwei Fallberichte (ca. 10 Seiten) werden an das Landesprüfungsamt eingereicht, sie dienen als Grundlage der Prüfung.
Theorie: Das Curriculum umfasst 10 Semester und 600 Stunden Seminar.
Die Aus- und Weiterbildung beginnt mit der einführenden Propädeutik: Übungen zur Psychodynamik. Dieses Seminar soll Sie in Thema und Institut einführen.
Die theoretischen Grundlagenseminare haben verschiedene Themen der Tiefenpsychologie: u. a. allgemeine und spezielle Neurosenlehre, Entwicklungspsychologie, Psychoanalytische Persönlichkeitslehre, Krisenintervention, Suizidalität, Psychosomatik, Psychotherapie in verschiedenen Lebensaltern, Frühe Störungen Borderline, Narzissmus.
Praxisseminare: Ab dem 2. Semester besuchen Sie die Erstinterviewseminare und nach der Zwischenprüfung die Fallseminare und die Seminare zur Behandlungstechnik.
Themen der vertiefenden fakultativen Ergänzungsseminare sind u.a. Selbstpsychologie, Traumatherapie und Bindungstheorie. Der Besuch zusätzlicher Themenseminare ist möglich. Dazu kommen KJP-spezifische Themen wie spezifische Diagnostik, Säuglingsbeobachtung und Elternarbeit.

Vor der Zwischenprüfung:

ZEITMONTAGDONNERSTAG
19.00 UhrGrundlagen Theorie
20.30 UhrGrundlagen KlinischKJP Grundkurs

Nach der Zwischenprüfung:

ZEITDIENSTAGDONNERSTAG
19.00 Uhr
20.30 UhrThemenseminareKJP Klinischer Kurs

Kosten und Einnahmen

Die Kosten und Einnahmen sind unterschiedlich je nach Ausbildungsverlauf und nach den allgemeinen Bedingungen. Sie können nur überschlägig kalkuliert werden (daher sind alle Angaben ohne Gewähr).

Allgemeine Kosten
Die Semestergebühren betragen z. Zt. € 450, in 10 Semestern also: – €  4.500
Supervision von 20 Erstinterviews (à € 90 ±10 %), ca.:                        – €  1.800
2 Prüferhonorare Vorkolloquium:                                                           – €     200
400 Stunden Lehrtherapie (à € 90 ±10 %), ca.:                                    – €  36.000*
Prüferbereitstellungsgebühr (PTG Abschlussprüfung):                      – €    600
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Gesamt                                                                                                         – € 43.100

*Die KJPsychTh-APrV schreibt mind. 120 Stunden Lehrtherapie vor. Die VAKJP und die APH erwarten, dass die Lehrtherapie vor dem Vorkolloquium aufgenommen und über die gesamt Dauer des Behandlungspraktikums als Einzelselbsterfahrung im 3 x wöchentlichen Rhythmus weitergeführt wird. Im verklammerten Ausbildungsgang aKJP und KJP-tp kommen so in der Regel ca. 400 Std. Lehrtherapie zusammen.

Einnahmen und Kosten aus Behandlungen unter Supervision
Die Vergütung der Behandlungsstunden ist abhängig vom aktuellen Punktwert sowie von der Höhe der Institutsambulanzabgabe. Derzeit erhalten die Kandidaten für eine Behandlungsstunde (nach Abzug der Ambulanzabgabe von derzeit 19,5%) ca. € 73. Der genaue Betrag richtet sich nach den aktuellen Gegebenheiten.

Einnahmen und Ausgaben bei 1000 Stunden Behandlung
Einnahmen von ca.                                                                               + € 73.000
Supervisionskosten (250 Std.) von ca.:                                              – € 22.000

Sonstige Einnahmen (Probatorik, Erstinterviews, etc.)                + € 6.000
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Gesamt                                                                                                   + € 57.000

Im Rahmen der freien Spitze kann auch die Praktische Ausbildung um ca. 30% umfangreicher gestaltet werden. So können bei dieser Schwerpunktsetzung zusätzliche Einnahmen von ca. € 25.000 realisiert werden.